Presseartikel

Märkische Oderzeitung vom 3. November 2010
Sabine Steinbeiß - Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de
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Weihnachtsbier gärt in Plastikfässern vor sich hin

Wriezen (moz) Die zwei Fässer sehen sehr unscheinbar aus. Aber sie bergen einen interessanten Inhalt. Eckhard Brennecke versucht sich zum zweiten Mal am Weihnachtsbier. Der leidenschaftliche Hobby-Brauer hat im Mai 2009 zum ersten Mal Bier auf dem Gelände der Kalköfen angestochen. Jetzt soll ein edles Gebräu für die Weihnachtszeit entstehen.

„Ich braue schon ziemlich lange Bier, aber nur für mich selbst“, erzählt der Wriezener. Aber das Hobby sei zeitaufwändig, daher blieb in den vergangenen Jahren seine Kehle immer häufiger trocken. Als er mit seiner Familie im Jahr 2005 an den Hafen zog, fand er einen halben Kasten Bier. „Ich hab die Flaschen gekostet, der Inhalt war noch richtig gut“, sagt der Liebhaber des Gerstensafts. Das habe den Ausschlag gegeben, sein eingeschlafenes Hobby zu reaktivieren.

Mittlerweile sind schon einige Liter Gerstenbräu entstanden. Voraussetzung war die Anschaffung eines Braukessels. Dieser reicht aber mittlerweile nicht mehr aus. „Das ist mein großer Traum, eine eigene Brauerei hier auf dem Gelände der Kalköfen“, wünscht sich der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Hafen.

Das Bierbrauen hat in Wriezen Tradition. Wie aus der Stadtchronik hervorgeht, erhob man 1488 die erste Steuer auf den Gerstensaft. Damals wurde das „Kühlab“ genannte Märzenbier in 44 Häusern gebraut. Ab 1733 kam auch Weißbier aus der Stadt.

Damit zum Weihnachtsgeschäft auch genug des besonderen Gerstensaftes auf Lager ist, hat der Hobby-Brauer seine 50-Liter-Brauanlage schon vor Wochen angeworfen – schließlich braucht die Gärung Zeit. Wie er sein Bier braut, erklärt er den Gästen am Tag der offenen Tür gern. Zuerst geht es ans Maischekochen, wo Stärke in Zucker umgewandelt wird. Dafür verschraubt Brennecke ein Sieb an einem Edelstahlrohr und schüttet zehn, elf Kilogramm Gerste hinein. Dieses Malzrohr kommt dann in den Wasserkessel, wo die Masse mit zwei Pumpen durchgerührt wird.

Laut dem Bierbrauer gibt es bei diesem Prozess fünf sogenannte Raststufen, bei denen die Maische bei immer heißeren Temperaturen unterschiedlich lange kocht. Nach etwa fünfeinhalb Stunden nimmt Brennecke das Malzrohr wieder heraus und übrig bleibt „ein wahrhaft süßes Gesöff“.

Der Sud kommt ins Gärfass, während der Hopfen 80 Minuten lang gekocht wird. Dieser muss dann möglichst schnell von 100 auf zehn Grad heruntergekühlt werden, bevor er ebenfalls ins Gärfass kommt. Eine Woche gärt der Gerstensaft dann im Plastikfass vor sich hin, „bis es aufhört zu glucksen“, erklärt Brennecke. Die Nachgärung erfolgt in Edelstahlfässern und dauert etwa vier Wochen.

Drei Sorten werden derzeit am Wriezener Hafen angeboten: Helles und dunkles Pils sowie Hefeweizen. Brenneckes Favorit ist ein mildes, liebliches Bier – selbstgebraut versteht sich.

Zubereitung des Gerstensaftes dauert rund fünf Wochen

 

Märkische Oderzeitung vom 18. November 2009
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de
http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/109776/

Bienenhonig im Bier

Wriezen ArrayIn Wriezen wird wieder Bier gebraut. Und pünktlich zu den Festtagen bietet Hobby-Brauer Eckhard Brennecke einen Weihnachtstrunk mit Bienenhonig, Zimt und Nelken an. Während es den ebenso wie das Kalkofenbier vorher nur vom Fass gab, hat Brennecke am Hafen jetzt eine Flaschenabfüllanlage installiert
.

Wenn Brennecke den blauen Hebel nach rechts dreht, wird durch ein Steigrohr Kohlendioxid in die Glasflasche "gespült". "Das CO 2 verdrängt den Sauerstoff. Sonst würde das Bier oxidieren", erklärt der Brauer. Dreht er den Hebel nach links, drückt das Kohlendioxid das Bier durch einen Schlauch aus dem Fass nach oben in die Flasche. Dort muss der gleiche Druck herrschen wie im Fass: "Sonst gibt ' s nur Schaum." Das Gefäß wird schließlich mit einem Bügelverschluss verkorkt. 24 Zwei-Liter-Flaschen bekommt Brennecke aus einem 50-Liter-Fass Bier. Das Design der Etiketten stammt vom Werbefachmann Sven Fredrich, der auch schon die Becher gestaltet hatte.

80 Glasflaschen aus Italien hat Brennecke geordert: "Wir gucken jetzt erst einmal, wie ' s ankommt." Jetzt noch ein neues Fass Bier anzusetzen, wäre für das Weihnachtsgeschäft allerdings zu spät: "Das braucht sechs Wochen, bis es gut ist."

Sein Weihnachtstrunk sei zwar nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut und dürfe daher nicht Bier genannt werden, aber immerhin nach dem "Wriezener Reinheitsgebot", sagt Brennecke schmunzelnd. Er hofft, dass seine Sorten - neben dem Weihnachtstrunk gibt es noch das Wriezener Kalkofenbier (Helles und dunkles Pils und Hefeweizen) - beim Weihnachtsmarkt gut ankommen. Dort wird Brennecke die Flaschen am 11. und 12. Dezember in der Zeit von 11 bis 19 Uhr am Stand verkaufen.

 

Märkische Oderzeitung vom 24. April 2009
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de
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Glucksende Fässer am Hafen

Wriezen In Wriezen wird wieder Bier gebraut. Offizieller Anstich für das "Wriezener Kalkofenbier" ist beim Tag der offenen Tür am Freitag, 1. Mai, ab 9 Uhr am Hafen. Betreiber Eckhard Brennecke hat sein Gebräu auch schon von Touristen kosten lassen.

Das Bierbrauen hat in Wriezen Tradition. Wie aus der Stadtchronik hervorgeht, erhob man 1488 die erste Steuer auf den Gerstensaft. Damals wurde das "Kühlab" genannte Märzenbier in 44 Häusern gebraut. Ab 1733 kam auch Weißbier aus der Oderbruchstadt. Nun also das "Kalkofenbier".

Des letzte Mal selbst gebraut hat Eckhard Brennecke vor fünf Jahren. Nach dem Umzug aus der Leiststraße an den Hafen ließ er sein Hobby einschlafen. "Dann habe ich ein paar Flaschen gefunden, gekostet - und die waren noch richtig gut!", sagt der Liebhaber des Gerstensafts. Jetzt lässt er sich sein Gebräu nicht nur selbst schmecken, sondern schenkt es seit vergangenem Wochenende an der Theke auch an Kanufahrer, Radtouristen und Spaziergänger aus. "Das Bier kommt bei den Leuten gut an", so Brennecke.

In Flaschen wird es der Schankanlagenbauer nicht verkaufen: "Das Kalkofenbier gibt es nur bei uns vom Fass." Die Plastikbecher, in denen es ausgeschenkt wird, hat Brennecke sich von dem Wriezener Werbefachmann Sven Fredrich gestalten lassen. Jetzt ziert die Becher der Schriftzug "Hopfen & Malz - Gott erhalt e_SSLq s" und eine Abbildung des Kalkofens. Auch Hopfendolden und Gerstenähren, aus denen das Malz gewonnen wird, sind zu sehen.

Gebraut wird in der ehemaligen Reparaturwerkstatt, die Brennecke gefliest und eingerichtet hat. Rund 2800 Euro hat Brennecke in den glänzenden Edelstahlkessel investiert und die Genehmigung zum Bierbrauen beim Zoll eingeholt.

Damit zum Tag der offenen Tür der Interessengemeinschaft Hafen Wriezen auch genug des Gerstensaftes auf Lager ist, hat der Vorsitzende seine 50-Liter-Brauanlage schon vor Wochen angeworfen - schließlich braucht die Gärung Zeit. Wie er sein Bier braut, erklärt er gern den Gästen beim Tag der offenen Tür. Zuerst geht es ans Maischekochen, wo Stärke in Zucker umgewandelt wird. Dafür verschraubt Brennecke ein Sieb an einem Edelstahlrohr und schüttet zehn, elf Kilo Gerste hinein. Dieses Malzrohr kommt dann in den Wasserkessel, wo die Masse mit zwei Pumpen durchgerührt wird. Laut dem Bierbrauer gibt es bei diesem Prozess fünf "Raststufen", bei denen die Maische bei immer heißeren Temperaturen unterschiedlich lange kocht. Nach etwa fünfeinhalb Stunden nimmt Brennecke das Malzrohr wieder heraus und übrig bleibt "ein süßes Gesöff". Dieser Sud wiederum kommt schon ins Gärfass, während noch der Hopfen rund 80 Minuten lang gekocht wird. Dieser muss dann mit einer Wasserbad-Kühlschlange möglichst schnell von 100 auf zehn Grad Celsius herunter gekühlt werden, bevor er ebenfalls ins Gärfass kommt. Eine Woche gärt der Gerstensaft dann im Plastikfass vor sich hin, "bis es aufhört zu glucksen", sagt Brennecke. Die Nachgärung erfolgt in Edelstahlfässern und dauert rund vier Wochen.

Drei Sorten werden am Hafen angeboten: Helles und dunkles Pils sowie Hefeweizen. Während das dunkle Pils laut Brennecke "fast ein Schwarzbier" ist, das vor allem Frauen für seinen Malzgeschmack lieben, ist das Hefeweizen eher fruchtig.

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